Musikverein Dobersberg

 

Im Jahr 1884 gründete der in Dobersberg Hausnummer 43 (jetzige Bäckerei Weber) wohnhafte Schneidermeister Ambros Flicker eine Blasmusikkapelle, welche in einer Stärke von 10 bis 13 Mann kirchliche Feiern, Hochzeiten, Begräbnisse und Kirtage in und um Dobersberg umrahmte.

Ambros Flicker wurde am 10. März 1848 in Heidenreichstein geboren, zog in den 70er-Jahren nach Dobersberg und bildete neben seinem Hauptberuf auch viele Kinder auf der Violine aus.
Er starb am 25. September 1926 und wurde auch in Dobersberg begraben.

Noch vor dem Jahr 1910 übernahm der aus Gottschallings in Böhmen gebürtige Weber Ludwig Strohmer (geb. 15. August 1867) die Kapelle. Er wohnte im Haus des heutigen Oberschulrates Strondl, betrieb dort die Hausweberei und hatte eine Menge Mudikschüler, denen er das Geigenspiel beibrachte.

Nachdem Ableben Ludwig Strohmers übernahm der am 10. Jänner 1899 in Dobersberg geborene Franz Deimel die Kapelle. Diesem gelang es bald nach den Zweiten Weltkrieg mit den ersten Heimkehrern eine kleine Kapelle zusammenzustellen. Er starb am 30. April 1975 und wurde von der Trachtenkapelle Dobersberg in großer Besetzung zu Grabe geleitet.

Im Jahr 1952 übernahm der damals im elterlichen Betrieb tätige Wagnergeselle Willibald Pascher, 19-jährig, als jüngster Kapellmeister Niederösterreichs die Musikkapelle (geb. 19. Jänner 1933), er führte sie bis in das Jahr 1987. Willi Pascher stellte sich, erstmalig in der Vereinsgeschichte, 1971 eine Jury beim Konzertwertungsspiel. Seither nahm der Musikverein ununterbrochen an den Konzertwertungen teil.

Auch bei der Gründung des Musikvereins Dobersberg im Jahr 1954 war Willi Pascher an der vorderster Front dabei. Erster Obmann war Franz Faast aus Groß-Taxen, der auch nach seiner Zeit als Funktionär ein aktives Mitglied der Trachtenkapelle Dobersberg war. In dieser Zeit wurden zusätzlich zu den üblichen Ausrückungen noch bis zu 15 Kirtage innerhalb eines Jahres musikalisch umrahmt. Auch das bekannte „Häuserspiel“ mit anschließendem Gartenkonzert hatte Tradition. 

Von 1972 bis 1989 war Rudolf Ziegler Obmann der Trachtenkapelle des Musikvereins Dobersberg. Im Zusammenwirken mit dem damals in Waidhofen/Thaya tätigen Bezirkskapellmeister Franz X. Weigersdorfer begannen 1977 Obmann Ziegler und Kapellmeister Pascher mit der Werbung von Musikschülern. Durch diese Musikerausbildung, die durch Weigersdorfer und in späterer Folge von Adolf Bayer erfolgte, erfuhr die Trachtenkapelle Dobersberg eine beachtliche Aufstockung der Musikerinnen und Musiker. 

1981 wurde Wilhelm Prinz jun. zum Stabführer gewählt. Bereits im selben Jahr nahm die Kapelle unter seiner Leitung erstmalig bei der Marschmusikwertung in Gars am Kamp teil. Jährliches Marschieren bei Musikfesten ist für den Verein selbstverständlich. 

Am 23. April 1984 begann, unter der Leitung von Kapellmeister Wilhelm Prinz jun., die Probenarbeit der, auf Initiative von Obmann Rudolf Ziegler neu gegründeten „Jugendkapelle des Musikvereins Dobersberg“. In ihr waren die Jungmusiker der Trachtenkapelle und zahlreiche, in Ausbildung stehende Musikschüler vereint.

1987 übernahm Kapellmeister Wilhelm Prinz die musikalische Verantwortung im Verein und vereinte in den 90er-Jahren die Jugend- und Trachtenkapelle zum Musikverein Dobersberg. Die Teilnahme an Kammermusikwettbewerben und Waisenblasen waren unter seiner Leitung selbstverständlich. Durch seine Beharrlichkeit wurde die Musikkapelle zu Höchstleitungen angespornt und konnte dadurch auch Auszeichnungen in der Oberstufe problemlos errechen. 
Prinz war auch maßgeblich bei der Grundsteinlegung zum Bau des Musikerheims (1990 bis 1994) beteiligt. 
Im Rahmen des Musikfestes von 2. bis 4. September 1994 wurde die Eröffnung des Muskerheims mit elf Musikkapellen und zwölf Chören gefeiert. Ein Höhepunkt des Festaktes war unter anderem ie gemeinsame Darbietung der Chöre und des Vereins von „Die Hummel rühmen“ und dem „Gefangenchor“. 

Von 1988 bis 1999 wurde der traditionelle Ball der Blasmusik zur Gänze musikalisch von den Musiker/-innen des Vereins und den verschiedensten Formationen gestaltet (Big Band, Blasmusik, Combo, Tanzlmusi, Böhmische Blasmusik, verschiedene Mitternachtseinlagen).

Da die Akustik im Musikerheim hervorragen ist, wurde im April 1999 gemeinsam mit den Musikvereinen Raabs/Thaya, Windigsteig und Thaya eine CD produziert.

1999 übernimmt Peter Binder den Musikverein Dobersberg als Kapellmeister. Was Pascher begonnen hat wird auch von Binder weitergeführt. Konzerte, Teilnahme an den Wertungsspielen (Konzert-, Marsch-, Kammermusikbewertung sowie Waisenblasen) ist auch bei ihm selbstverständlich. Hartnäckig trainiert er die Musiker und Musikerinnen auch gesanglich. Jetzt kann mit Stolz gesagt werden, dass der Musikverein ein besonderer Ohrenschmaus bei allen volkstümlichen Veranstaltungen sowie den verschiedensten Auftritten wie z. B. Früschoppen ist. Weiters wird auch das Spiel in kleinen Gruppen forciert. Tanzlmusi, Weisenbläser, „Böhmische Partie“ – in allen Besetzungen und Größen kann sich der Musikverein bei den verschiedensten Anlässen präsentieren.